Sozialraumentwicklung und -organisation
Der soziale Raum ist nicht nur der sozialgeografisch begrenzte Raum (Gebiet, Stadtteil, Region), sondern wird von den handelnden Individuen jeweils konstruiert: Raum entsteht durch die Interaktion von Menschen. So einfach dieser kleinste gemeinsame Nenner aller wesentlichen Definitionsversuche zum sozialen Raum klingen mag, so schwierig kann er die aktuelle wissenschaftliche, handlungspraktische und politische Diskussion um den Sozialraum einfangen.
Ganz sicher ist, dass in den verschiedenen Wissensdisziplinen und praktischen Handlungsfeldern von Raumplanung, Stadtsoziologie, Sozialgeographie, Ökonomie und der Sozialen Arbeit jeweils verschiedene Begriffe von Sozialraum zu Grunde gelegt werden.
Das Portal www.sozialraumentwicklung.de ist eine Kooperation zwischen den Forschungs- und Lehrschwerpunkten zur Sozialraumentwicklung und -organisation der Fachbereiche Sozialwesen an den hessischen Hochschulen Fulda und RheinMain Standort Wiesbaden.
Dieses Portal bietet Einblick in aktuelle Fragen zum Sozialraumbegriff. Es stellt aktuelle Projekte der Sozialraumforschung vor, informiert über den berufsbegleitenden Masterstudiengang maps – Sozialraumentwicklung und -organisation und mischt sich mit theoretischen und empirischen Artikeln konstruktiv in die Sozialraumdiskussion ein. Aus dieser Kooperation ebenfalls hervorgegangen ist die Buchreihe „Beiträge zur Sozialraumforschung“, die seit September 2008 im Verlag Barbara Budrich erscheint. Eine Übersicht zu den Bänden der Reihe finden Sie hier
Wenn auf dieser Web-Seite von „Sozialraumentwicklung“ und „Sozialraumorganisation“ die Rede ist, gehen wir davon aus, dass „Sozialraum“ in enger Verkopplung mit bestimmten raumstrukturellen Qualitäten ganz unterschiedlich umgrenzter Orte erst über die Unmittelbarkeit des Sozialen in Form entsprechender kognitiver, affektiver und sozialer Vertrautheiten entsteht.
Auf diese Weise soll einerseits analytisch ermöglicht werden, zu überprüfen, in welchem Maße und auf welche Art eine in spezifischer Weise architektonisch-planerisch oder auch pädagogisch gestaltete „ortsbezogene Raumstruktur“ zu einem Kristallisationspunkt für ganz bestimmte Formen von Interessensorganisation werden kann und wie diese „ortsbezogene Raumstruktur“ dergestalt durch bestimmte soziokulturelle Gruppen in spezifischer Weise sozialräumlich angeeignet werden kann und angeeignet wird. Der hier zu Grunde gelegte Begriff von „Sozialraum“ fokussiert also solche gruppen-, institutions- bzw. praxiszusammenhangspezifische Netzwerke „raumbezogener Interessenorientierungen“.
Fulda, 27.01.2009 Monika Alisch, Michael May